Frostschutz aus der Luft

Frost im Mai, dieser Gedanke ist für jeden Winzer eine beängstigende Vorstellung. Nachdem erst im letzten Jahr über 70% der Winterlingschen Weinberge schweren Schaden davon trugen und keine Erträge einbrachten, wollte man sich jetzt vehement gegen die Kälte wehren. 

 

Nach kurzem Gedankenaustausch war klar, flächendeckend hilft nur der Einsatz von Hubschraubern. In kürzester Zeit war dann ein Schlachtplan erstellt und sechs Hubschrauber mit für diesen Job geeigneten Piloten gechartert. Idealer Weise wären die Temperaturen gar nicht unter Null abgesackt, dies war allerdings in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nicht der Fall. Zum Morgengrauen hin viel das Thermometer bis unter -3°C. Die Fluggeräte gingen in die Luft und drehten in verblüffendem Tiefflug ihre Kreise. Schon das erste Passieren einer Messstation zeigte Wirkung: aus minus drei wurde plus eins. Nach zwei Stunden Flugzeit kam dann Entwarnung und die Temperaturen bewegten sich mit steigender Sonne stetig nach oben.

 

Die heutige Weinbergsbegehung zeigte nur leichte Schäden an den jungen Trieben, dies auch nur mancherorts. Und kalte Nächte haben nun auch ein Ende.